Vorderlader Kanonen Schieáen

Als mich Helmut gebeten hat, doch mal einen kleinen Bericht ber das Modellkanonenschieáen zu schreiben, hab ich zuerst gez”gert, mir aber dann berlegt, dass es doch schade w„re, dieses „komische Treiben“ nicht mal allen Besuchern der SPI-homepage vorzustellen.

Bestimmt wird in der SPI so manches auáergew”hnliche geschossen, aber eines der beeindruckendsten bezglich der physikalischen Auswirkungen ist doch die Modellkanone.

Im Kaliber zwischen .45 und .75 sind die meisten der Schtzen „zuhause“. Mit viel Zeit und Einsatz wird da gebaut, getfftelt und probiert, bis es klappt. Auch das Beschuáamt will noch gefragt werden und dann kann es losgehen…….  Aber so einfach liegen die Dinge nicht. Wir alle wissen , aus eigener Erfahrung, dass noch viel mehr dazugeh”rt. Mit einer Schwarz- pulverwaffe Schieáen und zu Treffen, das sind 2 Paar Stiefel. Dazwischen liegen H”hen und Tiefen des Schtzendaseins.

Schon viele Jahre wird in Sersheim das Kanonenschieáen als fester Bestandteil der Vereinsmeisterschaft ausgebt. Es gibt ca. 3-5 Aktive die diesen Wettkampf untereinander austragen. Im Verein gibt es aber wesentlich mehr, die eine Kanone Ihr Eigen nennen. Vor vielen Jahren lieá der Verein mal etliche Kanonenrohre gieáen. 3 davon sind noch im Einsatz. Der Rest fristet ein „unwrdiges“ Dasein im Verborgenen. Zus„tzliche Eigenbauten und gekaufte Modelle vervollst„ndigen die bunte Runde. Der Vereins-Wanderpokal der Sersheimer wurde von Werner Baumeister hergestellt und gestiftet. 

Die Kaliber der meisten Kanonen liegen zwischen .45 und .75. Die meistens glatten Rohre werden herk”mmlich geladen. Bis zu 200 grain Schwarzpulver treiben  die Rundkugeln an, die mit Filz und Pflaster geladen werden. Das groáe Problem ist der relativ kurze Lauf, der groáe Durchmesser und das hohe Kugelgewicht unter einen Hut zu bekommen. Das Pulver muá schnell znden, jedoch auch genug Volumen fr den groáen Laufdurchmesser, entwickeln. Die besten Erfahrungen habe ich mit SW4 gemacht. Das 4 er sorgt fr den n”tigen Druck wenn die Kugel den Gasraum schon vergr”áert hat. Auch ist eine „hohe“ V0 wichtig. Wobei bei diesen Geschoágewichten nicht richtig von einer hohen V0 geredet werden kann.

Gezndet wird mit Zndger„ten, Perkussion oder Platzpatronen. Der Ladevorgang entspricht weitgehend dem anderer Vorderladerwaffen, mit dem Unterschied, dass gr”áere Kanonen von vorne geladen werden mssen. Das Pulver wird in eine Ladeschaufel oder Laderohr gegeben und erst ganz unten ( hinten) entleert bzw. ausgestoáen. Meistens wird mit Filzpfropfen  die Pulverladung fixiert. Nach dem Laden wird das Zndloch noch mal ger„umt und evt. mit etwas Zndkraut  aufgefllt.

Das Einrichten: Bei den meisten Kanonen handelt es sich um  Modelle ohne Visiereinrichtung. Es wird ber die Konturen des Laufes gezielt.

Das Beste: Die Schuáabgabe erfolgt dann mit Hilfe von Zndger„ten. Neugierige, die selbst mal gezndet haben, schw„rmen davon, dass es was ganz anderes ist, als nur aus 3 Meter Entfernung zu zusehen . Helmut gelang mal ein recht spektakul„res Bild einer VL Kanone direkt im Augenblick als der gr”áte Rauch und Feuerstrahl das Rohr verlieá. Auch Dieter gelangen dieses Jahr ein paar sch”ne Aufnahmen.

Aber nicht nur in Sersheim wird diese Schieásportart betrieben: in ganz Deutschland gibt es Kanoniere, die ihr Hobby pflegen. Viel zu selten trifft man sich. Fast nie werden Erfahrungen ausgetauscht oder Probleme diskutiert. Durch die Mitgliedschaft des deutschen Modellkanonenverbandes in der SPI, ergeben sich hoffentlich Gelegenheiten, sich auszutauschen.

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09.12.2008,  19 Uhr , Schieástand Sersheim

Helmut und „Kanonen Schillinger“ sind extra angereist um unserer Vereinsmeisterschaft beizuwohnen. 3 Schtzen sind am Start. Werner, Wolfgang und ich. Je nach Tagesform kann jeder von uns 3 den Titel holen. Werner und Wolfgang machen den Anfang. Schuá um Schuá wird die 25 Meter Bahn eingenebelt. Die dumpfen Schl„ge ziehen schon bald Schaulustige Schtzen von anderen Bahnen an. „Ich will nur mal zusehen….“  und „ was??? so viel Pulver fr einen Schuá!!!“  ist am Anfang  zu h”ren.  Fragen unterbrechen immer wieder den Wettkampf. Man teilt sich mit, diskutiert ber Filz, Pulver usw. Dieter ist auch am Stand um Bilder zu machen. Mit einem speziellen Bildprogramm versucht er mit vielen Aufnahmen hintereinander das Mndungsfeuer auf den Speicherchip zu brennen. Ein paar gute sind dann auch tats„chlich dabei.

Bei Werner l„uft es nicht besonders gut. Gleich zu Beginn hat er seinen Streichschuá schon weg. Bei der Probe waren es noch 9 und 10. Er ist mit sich unzufrieden, den er kann es besser, was die Schilder auf dem Wanderpokal fr die Vereinsmeister, eindrcksvoll belegen. Aber wenn es nicht l„uft… Wolfgang hat heute Rckenwind und legt sehr gut vor. Mit der routinierten Ruhe eines „alten Hasen“ l„sst er keinen Zweifel an seinem Ziel. Mit einer 9 als Streichschuá hat er gut lachen. Wertung 9,9,9,9,10 am Ende 46 Ringe. Super Ergebnis. Unter diesem „Druck“ muá nun ich ran. Am Ende werden es 47 Ringe. Wolfgang muá sich nach 2 Jahren Vereinsmeister, heuer knapp geschlagen geben.

Nach einem Gruppenfoto geht’s zum gemtlichen Teil. Sp„t machen sich Helmut und „Kanonen Schillinger“ wieder auf die Heimreise.

Jochen Mann SV Sersheim
(SPI-Fachrepr„sentant "Modellkanonen")

Nachtrag von der SPI:

Der Grund fr die Anreise am 09.12.2008 nach Sersheim vom Hermann Schillinger und mir war, in Sersheim sich einmal mit den Fachspezialisten und Praktikern in Sachen Modellkanonen zu beraten, da derzeit keine Modellkanone im HAndel verfgbar ist, die einerseits pr„zise ins "Schwarze"  trifft , aber gleichzeitig noch in einem Preisbereich liegt, den sich ein Neueinsteiger in diese Disziplin leisten kann. Derzeit sind hochpr„zise Modellkanonen nur in Ausnahmef„llen unter 2.000,-- ª zu bekommen.

Der Hermann Schillinger   (www.boeller-schillinger.de)   wird fr SPI-Mitgliedsunternehmen und SPI-Mitglieder jetzt mit den in Sersheim gewonnenen Erkenntnissen eine Modellkanone entwickeln, die sich in einem vertretbaren preislichen Rahmen bewegen wird und bei richtiger Bedienung auch sicher den schwarzen Bereich trifft  - und im Schwarzen dann durchaus auch die 9-er und 10-er. Angedacht ist, dass bis sp„testens Mai 2009 ein erster Prototyp existiert, der dann in Sersheim nochmals ausgiebig getestet wird. Die Erkenntnisse dieses Testschiessens mit diesem Prototyp flieát dann in eine erste Serienfertigung ein, die dann beim Hermann Schillinger direkt und bei allen SPI-Mitgliedsunternehmen gekauft werden k”nnen.


Zur Info:

Die Bilder in der nachfolgend verlinkten Diashow sind von der Vereinsmeisterschaft des SV Sersheim. Dieser Wettkampf ist - zuf„llig - bereits eng an das SPI-Reglement angelehnt: so gibt es auch bei der Vereinsmeisterschaft des SV-Sersheim Streichschsse und die Wettkampfentfernung betr„gt ebenfalls jeweils 25 m. Aber in Hinblick auf die verwendeten Scheiben und Zndungsvorg„nge gibt es derzeit dann doch noch Abweichungen zum SPI-Modellkanonenreglement bzw. auch Abweichungen von den SPI-Sicherheitsbestimmungen. Jochen hat mir aber versichert, dass bei SPI-Meisterschaften (wie z.Bsp. bei der sddeutschen Meisterschaft der SPI und Deutschen Meisterschaft der SPI) konsequent das Reglement der SPI Verwendung findet. Nur auf Basis eines weltweit einheitlichen Reglements werden Leistungen an verschiedenen Standorten berhaupt vergleichbar.

Trotz aller Notwendigkeit fr ein einheitliches Reglement: auf Vereinsebene darf, kann und soll die lokale Tradition, die sich oft ber Jahrzehnte entwickelt hat, erhalten bleiben. Diese Vielfalt macht die ganze Sache spannend und sorgt dafr, dass jeder Standort seine "individuelle Note" entwickelt. Das war auch mit der Grund, dass die Wettkampfordnung des Deutschen Modellkanonenverbandes parallel zum SPI-Reglement in Sachen Modellkanonen im kompletten Umfang erhalten bleibt, andererseits aber auch nicht ins SPI-Reglement aufgenommen wird. Das bedeutet: Bei regionalen Veranstaltungen des Deutschen Modellkanonenverbandes wird wie bisher i.d.R. das seither im DMKV verwendete Wettkampfprogramm angeboten. Nimmt der Deutsche Modellkanonenverband an berregionalenSPI- Wettk„mpfen teil, findet die SPI-Wettkampfordnung in der jeweils gltigen Fassung Verwendung.

Erst wenn es ber die SPI an Vergleichswettk„mpfe berregionaler Art geht wird es wichtig, dass sich alleTeilnehmer an einem gleichermaáen verbindlichen und einheitlichen Reglement orientieren. Wir wrden uns freuen, wenn sich hier - zun„chst in Deutschland und sp„ter dann in ganz Europa - die SPI-Wettkampfordnung durchsetzen wrde.

Wir halten ber unserer homepage und unserer SPI-internen Rundschreiben alle Interessenten ber die Entwicklung in Sachen "pr„zise Modellkanone vom Hermann Schillinger" auf dem Laufenden!

mit kameradschaftlichem Gruá

Helmut

(online seit: 26.12.2008)


zur Diashow "Modellkanonen in Sersheim" bitte nachfolgenden Link anklicken:


Diashow Modellkanonen in Sersheim (Bilder von Dieter Heidler)